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Titel: Engelspapst
Autor: Jörg Kastner
Genre: Thriller
Verlag: Scherz Verlag
ISBN: 3-426-61906-7
Seitenzahl: 638
Erscheinnungsjahr: 2000
Kurz nachdem im Vatikan ein neuer Papst gewählt wurde, der sich den Namen Custos gab, sterben der Kommandant der Schweizergarde und seine Frau. Schuld fällt auf einen Schweizergardist, der selbst tot mit der Waffe in der Hand daneben liegt. Als Motiv werden dienstliche Differenzen angegeben. Doch der Neffe des Kommandants, Alexander Rosin, aus langer Familientradition ebenfalls Schweizergardist stößt auf Ungereimtheiten und hält den Beschuldigten für ein Opfer, nicht für den Täter.
Auf dem Weg zurück in die Kaserne sieht Alexander Licht in der Waffenkammer und geht nachsehen. Dort wird er niedergeschlagen und am nächsten Morgen zum Papst hochstpersönlich bestellt. Als er auf Grund der Verletzung zusammenbricht, wird ihm klar, das der Papst nicht irgendein Papst ist, sondern ein ganz besonderer Mensch, denn er heilt Alexanders Wunde, verbietet ihm aber darüber zu sprechen.
Nur einen Tag später entgeht Alexander nur knapp dem Tod. Nachdem Sicherheitsunterricht bei der römischen Polizei wird auf ihn geschossen. Allerdings hält er sich nicht für das Opfer, da sein Lehrer Donati daneben stand, der Jahre zuvor gegen die Mafia gekämpft hatte und es als Racheakt sieht.
Bei der ersten Generalaudienz heilt der Papst die gelähmte Mutter eines kleinen Mädchens, was für viel Aufregung und Spekulation sorgt.

Da er selbst nicht bei den Umständen des Todes seines Onkels weiterkommt, bittet er die Journalistin Elena Vida um Hilfe. Am selben Abend will er sich außerdem mit der Freundin des angeblichen Täters treffen, die allerdings nicht erscheint. Er findet sie aufgehängt unter einer Brücke und wird von einem Polizeiboot entdeckt und für den Mörder gehalten. Zu seinem Glück hatte Elena einen Freund hinter ihm hergeschickt um ihn zu beobachten, der ihn entlasten kann und er so wieder frei kommt.
Einem weiterer Anschlag auf sein Leben entkommt Alexander auf dem Rückweg von seinem Besuch bei dem Beichtvater seines Onkels. Von ihm erhält er einen verschlossenen Metallkasten, der seinem Onkel gehört hat. Durch ihn erfährt er auch, dass der Pater Papst Custos für den „Engelspapst“ hält, der den Prophezeiungen zufolge die Christen zum richtigen Glauben zurückführen soll. Außerdem erklärt er Alexander, dass er Papst in seinem Wappen die Dreieinigkeit aus Vater, Sohn und Heiliger Geist, bestreitet.
Auf dem Rückweg wird er fast von Baustellenfahrzeugen getötet und muss feststellen das die abgelegene Kirche des Beichtvaters in Flammen steht und der Pater tot ist.
Zusammen mit Elena sieht sich Alexander den Inhalt des Metallkastens an. Er enthält die Aufzeichnungen seines Vorfahrs Albert Rosin, der in der Garde diente, als Rom unter Papst Clemens VII geplündert wurde.
Er berichtet wie sie sich in die Festung der Engelsburg flüchteten und wie er zusammen mit einem Goldschmied vom Papst nach Venedig geschickt wurde. Dort fertigte der Goldschmied zusammen mit einem Edelsteinschleifer die Kopie eines Smaragds an, der sich als die „Wahre Ähnlichkeit Christi“ herausstellt und das einzige Porträt sein soll, das zu Lebzeiten angefertigt wurde. Papst Clemens übergibt ihn den Unterhändlern, der Belagerer, doch die Fälschung wird erkannt. Nachdem die Plünderer abgezogen sind, lässt Clemens den „Zirkel der Zwölf“ gründen, die unter der Führung von Rosin den Stein bewachen sollen.

Um mehr zu erfahren besuchen sie einen Bekannten von Elena, den Hausmeister der Engelsburg mit Namen Solbelli. Von ihm lassen sie sich die Echtheit des Berichts bestätigen und etwas später erfährt Alexander von Elena, dass sie in einem strengen Orden aufgewachsen ist, in dem sich die Mitglieder durch Selbstgeißelung strafen und sehr streng erzogen werden, dem sie später aber entfliehen konnte.
Diesem Orden Totus Tuus gehörte auch der verstorbene Beichtvater von Alexanders Onkel an und sie finden später Hinweise, dass Totus Tuus zum Zirkel der Zwölf gehört.
Durch die letzten Worte des Paters „Sucht die Katzennärrin“, finden sie eine Frau, die als kleines Mädchen durch Zufall in eine unterirdische Kapelle gekommen war und von einer Katze wieder herausgeführt worden war.
Zunächst gelangen Alexander und Elena nicht in die Kapelle, doch sie belauschen ein Treffen des Zirkels, die davon sprechen, dass sie den Papst, den sie für den Antichristen halten, am nächsten Tag bei der Generalaudienz, zu der spezielle Kranke und Behinderte eingeladen wurden, töten wollen.
Alexander erkennt unter den Anwesenden hochrangige Vatikanbeamte und Schweizergardisten. Er muss feststellen, dass sein bester Freund ihn für den Zirkel überwacht hat. Noch schlimmer trifft ihn die Erkenntnis, dass sein Vater der Anführer des Zirkel ist, den er totgeglaubt hatte.

Vor der Audienz des Papstes kann Alexander den größten Schaden des Anschlags auf den Papst gerade noch verhindern, auch wenn dieser schwer verletzt wird und in großer Todesgefahr schwebt. Doch die Mitglieder des Zirkel der Zwölf machen ihn dafür verantwortlich und es gelingt ihnen Elena zu entführen.
Alexander muss fliehen und wird von Commissario Donati eingesammelt und in eine Privatklink gebracht wo er von den „Electi, den Auserwählten“ zu denen auch Papst Custos gehört, die angeblich den richtigen Glauben besitzen, der nicht von der Kirche verfälscht wurde.
Zusammen mit ihnen und dem Privatsekretär des Papstes der auch zu den Electi gehört, gelingt es ihnen den Smaragd der „Wahren Ähnlichkeit Christi“ in ihren Besitz zubringen und den Papst in die Privatklink zu entführen. Dort wird Alexander Zeuge seltsamen Geschehens. Mit Mitglieder scheinen den Papst ihre Kraft zu geben und ihn zu heilen.
12 Stunden später geht es dem Papst schon fast wieder ganz gut und er beantwortet Alexander einige Fragen.
Er erzählt ihm, dass Jesus einen Zwillingsbruder hatte, der ihm sehr ähnlich sah. Als Beweis zeigt er ihm den Smaragd auf dem zwei Gesichter eingraviert sind, die fast gleich aussehen, doch eine andere Persönlichkeit ausstrahlen. Beide Brüder lehnten sich gegen die Pharisäer und das strenge Judentum auf und Jesus wurde der Anführer der Gruppe, da er über heilende Fähigkeiten verfügte, wie Custos der sagt ein Nachkommen von ihm zu sein. Jesus wollte das Judentum erneuern, während sein Bruder für die Gründung einer neuen Religion war.
Auch soll Jesus nur scheintot gewesen sein als er ins Grab gelegt wurde und von seinen Freunden durch einen geheimen und gut versteckten Gang befreit worden sein. Dannach soll er nach Frankreich gegangen sein und sich mit seiner Familie dort niedergelassen haben.
Sein Bruder spielte den auferstandenen Jesus und das Christentum war geboren.

Nach dieser Aufklärung möchte Alexander Elena finden und vermutet sie auf einer der Kanalinseln, auf der sein Vater früher immer allein Urlaub gemacht hatte und über denen auch sein Flugzeug abgestürzt sein sollte.
Er kommt zwar auf die Insel, wird dort aber gleich entdeckt und zu seinem Vater geführt. Der versucht ihn davon zu überzeugen, dass der Papst und die Electi im Unrecht sind. Alexander beginnt zu zweifeln entscheidet sich dann aber für die Electi, da sie nicht skrupellos Menschen töten um ihre Ziele zu erreichen und er vermutet und den Beweis erhält, dass der Zirkel der Zwölf die Päpste mit dem Smaragd erpresst haben, damit ihre Interessen durchgesetzt wurden.
Sein Vater bietet ihm an Elena gegen den Smaragd einzutauschen und Alexander willigt ein ihn in Rom zu übergeben.
Mit Hilfe eines guten Plans gelingt es ihnen Elena zuretten, den Stein zu behalten und den Zirkel der Zwölf festnehmen zu lassen.
In einer Pressekonferenz enthüllt der Papst selbst den Smaragd und das mit ihm verbundene Geheimsnis.


Bemerkung:
Das Buch der Engelspapst ist, wie der Autor am Ende des Buches bemerkt, in seiner Fantasie entstanden, auch wenn einige Dinge auf Tatsachen beruhen.
1998 wurde der Kommandant Alois Estermann und seine Frau ermordet. Der mutmaßliche Täter lag tot daneben und sein Motiv sollen dienstliche Differenzen mit dem Kommandanten gewesen sein.
Der Orden Totus Tuus ist frei erfunden und existiert nicht. Der Zwillingsbruder Jesu, die „Wahre Ähnlichkeit Christi“ und der Engelspapst beruhen auf Legenden und nicht auf Fakten.

Diesen Nachtrag des Autor habe ich sehr positiv aufgenommen, da ich enttäuscht war, dass Dan Brown in seinem Bestseller „Illuminati“ nicht klar gestellt hat, dass seine Geschichte nicht auf Fakten beruht, sonder erfunden ist oder höchstens auf Spekulationen und nicht zu beweisende Thesen gestützt ist.
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Autor der Beschreibung: Leseratte